Formlehm

fertiger Formlehm
fertiger Formlehm

Eine der wichtigsten Lehmmischungen ist der Formlehm. Es werden daraus - wie der Name schon sagt - die Formen gemacht, aber auch Tiegel und Düsen lassen sich daraus herstellen.

Durch die Beimengungen wird dieser Lehm extrem zäh. Anders als beispielsweise reiner Ton wie er zum Töpfern verwendet wird, braucht der Formlehm nicht tagelang zu trocknen, um dann möglichst gleichmäßig erhitzt zu werden. Formlehm kann, wenn es sein muss, noch feucht im offenen Feuer gebrannt werden.

Herstellung

Es gibt eine Vielzahl von Rezepten zur Herstellung von Formlehm. Ähnlich wie beim Kochen braucht man sich, sobald das Grundrezept verstanden ist, nicht haarklein an die Anleitung zu halten. Vielmehr ist wichtig, dass das Gefühl zum Formlehm stimmt. Das Endprodukt sollte nicht zu weich sein, gut "pappen" und so gut mit Haaren durchsetzt sein, dass wenn man einen Klumpen zerreisst, die beiden Hälften durch ein feines Gespinnst gehalten werden.

Grundrezept

  • ca 45% Ton (laut Angabe auf der Packung mit 25% Schamotte 0 - 0.5mm)
  • 40% frischer Pferdemist
  • 10% Sand
  • 5% überwiegend kurze (im Durchschnitt ca. 3cm) Pferdehaare
  • etwas Wasser

(die Prozentangaben beziehen sich auf das Volumen) werden sehr gründlich durchgeknetet und dann etwa eine Woche zum Reifen liegengelassen. Alle Angaben sind Volumen-Prozent.

Alle Bestandteile
Alle Bestandteile
Lehm
Lehm
Pferdemist
Pferdemist
Sand
Sand
Haare
Haare
Wasser
Wasser

Variationen

Das oben genannte Rezept haben wir mittlerweile in vielen Varianten ausprobiert. Den Pferdemist haben wir durch Eselmist ersetzt, statt Pferdehaaren verwenden wir Hundehaare, statt Ton einfach Lehm. Man muss halt nehmen was man grad bekommt. Wichtig dabei ist, dass man einfach mal darüber nachdenkt, welche Parameter man ändert und was das für das Endprodukt bedeutet. In Lehm aus irgendeinem Erdloch ist beispielsweise schon eine Menge Sand. Dementsprechend braucht man dann nicht mehr so viel Sand in die Mischung hineintun.

Die Erfahrung zeigt aber auch, dass sich verschiedene Lehme unterschiedlich gut für den Formenbau eignen. Bei ansonsten gleichen Randbedingungen kann der Guss in einer Form aus einem bestimmten Lehm gelingen, in einer Form aus einem anderen Lehm nicht. Um diese Aussage präzisieren zu können, müsste unsere Datenbasis wesentlich größer werden und die Eigenschaften der Lehme exakt erfassen.

Eine Variation mit Eselmist

  • 250g getrockneter Eselmist
  • 2200g getrockneter Lehm
  • 10g Hundehaare
  • 1100ml Wasser

Wieso hat der Formlehm diese tollen Eigenschaften?

Der Sinn der organischen Bestandteile des Formlehms ist es, die Schrumpfung beim Trocknen und damit die Rissbildung zu minimieren und der fertigen Form eine gewisse Porosität zu verleihen. Dadurch können die beim Guss entstehenden Gase z.T. durch die Form entweichen. Anderenfalls kann es passieren, dass die Formhälften durch den entstehenden Druck auseinander gedrückt werden, die Form platzt oder die Gase durch die Eingussöffnung entweichen und dadurch den Guss verderben. Bronzezeitliche Formen weisen selten Windkanäle auf.

Kleiner Tip zum Schluss

Der Formlehm lässt sich übrigens viel leichter anmischen, wenn sowohl der Lehm, als auch der Mist vorher getrocknet und zerkleinert werden. Trocken vermengen sich die Zutaten wesentlich besser und der Wassergehalt des fertigen Gemisches lässt sich genau einstellen.